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Cover  
Soundgarden - King Animal (CD)
Label: Universal Records
VÖ: 09.11.2012
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Art: Review
Professor Röar
Professor Röar
(122 Reviews)
9.0
Unfassbare 16 Jahre lang waren Soundgarden studiotechnisch fast gänzlich verschwunden, diese wohl beste aller Grunge-Bands, die mit "Black Hole Sun" oder " Jesus Christ Pose" Anfang der 90er sogar durchaus ordentliche Hits produziert hatte. Die einzelnen Bandmitglieder versuchten sich in der Zwischenzeit an diversen Projekten, aber außer Chris Cornell, der mit seinen Soloalben und den tollen Audioslave an alte Erfolge anknüpfen konnte, war es doch recht still um Gitarrist Kim Thayil, Drummer Matt Cameron und Bassist Ben Shepherd. Bezeichnend auch, dass bei Soundgarden das Songwriting von allen vier Musikern gleich getragen wurde - sogar Drummer Cameron komponiert Songs - man es hier also mit einem echten Band-Effort zu tun hat und nicht mit einem Ego-Trip eines einzigen, der hinter sich ständig wechselnde Teams versammelt. Dieses geniale Kollektiv schien also gebrochen, und das Loch, das der Abgang von Soundgarden hinterlassen hatte, klaffte wie eine ohne Unterlass blutende Wunde in der Musikszene. Denn oft weiß man Bands ja erst wirklich zu schätzen, wenn sie lange weg sind.

Wer aber einmal den großen Erfolg gekostet hat, sehnt sich eines Tages wieder nach diesem Gefühl der Anbetung im Rampenlicht zurück (und nach einem gut gefüllten Bankkonto sowieso) und so kann man es fast als ungeschriebenes Gesetz im Musikbusiness bezeichnen, dass eine Bandauflösung selten endgültig ist. Das trifft nun auch auf Soundgarden zu, die mit ihrem grandiosen Comeback glücklicherweise genau dort anknüpfen, wo vor fast 2 Dekaden Schluss war. "King Animal" fühlt sich genauso an, wie das zwar gute, aber im Vergleich zum alles überragenden Vorgänger "Superunknown" doch qualitativ abfallende Abschiedsalbum "Down On The Upside" 1996 hätte klingen sollen. Das neue Werk erweckt den Eindruck, als hätte die Pause nie stattgefunden, man wird hier Zeuge einer musikalischen Ausnahmeband, die als einzige nachhaltig ein ganzes Genre überlebt und ständig neu befruchtet hat. Im Gegensatz zum Gros der Seattle-Grunge-Szene, allen voran natürlich die Lichtgestalten von Nirvana, orientierten sich Soundgarden immer schon eher am schweren Rock der 70er und verzichteten, zumindest nach dem gewöhnungsbedürftigen Debut "Ultramega OK", auf superfuzzigen Punklärm a la Mudhoney oder sülzigen Pop-Rock Pearl Jam'scher Prägung.

Schon der Opener "Been Away Too Long" ist nicht nur textlich ein Befreiungsschlag, der allen Fans aus dem Herzen spricht, sondern macht auch musikalisch klar, dass Cornell und Co. genau dort sind, wo man sie am liebsten hat: treibender Gitarrenrock mit harten Riffs und den für die Band so charakteristischen psychedelischen Intermezzos. Eigentlich ist die gesamte erste Seite des LP-Doppelalbums ein einziger Höhepunkt, der mit dem äußerst schrägen, von versetzten Rhythmen geprägten, an" Jesus Christ Pose" erinnernden "By Crooked Steps" einen der besten Soundgarden-Songs überhaupt beinhaltet. Doch auch das schwere, zäh schleppende" Blood On The Valley Floor" setzt mehr auf Härte und Kim Thayil beweist ständig aufs Neue , dass er großartige Riffs erschaffen kann, die ihresgleichen suchen. "Bones Of Birds" ist schließlich die obligatorische Ballade, nicht ganz so monumental überragend wie "Black Hole Sun", aber mit ihrem vielschichtigen, atmosphärischen Aufbau definitiv ganz knapp dahinter. Bei "Attrition" treten die Sound-Gärtner dann mal aufs Gaspedal und fetzen einen für die Band ungewöhnlich geradlinigen Rocker vom Leder, der ein wenig an die flotteren Momente der leider viel zu früh abgetretenen Screaming Trees erinnert. Ruhiger geht die Band dann beim fast 100%ig akustischen "Black Sunday" und dem folgenden "Halfway There" zu Werke, bevor bei "Worse Dreams" wieder schwere Riffs dominieren. Gewöhnungsbedürftig ist dann lediglich der Abschlusstrack "Rowing" mit seinen monotonen, elektronischen Drums, der sich aber gegen Ende hin wieder zu einem majestätischen Soundgebilde steigert.

In der Tat waren Soundgarden Away Too Long, doch alte und neue Fans können sich beruhigt zurücklehnen: Das mächtige Grunge-Flaggschiff ist zurück, Chris Cornell immer noch einer der besten und unverkennbarsten Vokalisten der gesamten Musikszene, Kim Thayil überrollt einen mit seinen östlich angehauchten Riffs und Licks und die Rhythm Section aus Cameron und Shepherd spielt so tight wie kaum eine andere. Soundgarden sind immer noch die wahren Led Zeppelin-Epigonen, und nach "King Animal" sollten sich alle Wolfmothers dieser Welt ganz warm anziehen, denn im Gegensatz zu Soundgarden fehlt dort das gewisse Maß an Eigenständigkeit vollkommen.
Der Professor, immer noch voller Glücksgefühle, spendiert "King Animal" 9 deftige Raubtierfütterungen, an denen sich die 4 Könige des musikalischen Tierreichs ordentlich den Wanst vollschlagen dürfen, bevor dieses Meisterwerk dann tourmäßig promotet wird. Rööööaaarrrrr!

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