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Cover  
Dew-Scented - Icarus (CD)
Label: Metal Blade Records
VÖ: 27.07.2012
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Art: Review
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Werner
Werner
(815 Reviews)
7.0
Dew-Scented gehören jener Band-Kategorie an, die aufgrund konsequenter Selbsttreue seit den ersten Tagen beim Thrasher-Volk eine hohe Wertschätzung genießt. Jedoch hat sich im Laufe der letzten Jahre gerade deshalb eine (unvermeidbare?) Stagnation manifestiert, die wahrscheinlich einer der Hauptgründe für das allmähliche Verharren in der zweiten Reihe ist. Nun, im Vorfeld der bereits neunten (!) Veröffentlichung erfuhr man gar über einen radikalen Mannschaftswechsel, den Bandleader/Sänger Leif Jensen dieses mal sogar an allen - mit Ausnahme seiner selbst am Mikro - Positionen für notwendig hielt. Sind jene vier jetzt die überfälligen, besser kehrenden Besen?

Aber bei genauerem hinschauen gibt es im aktuellen Line-Up doch eine vertraute Personalie: Marvin De Vries - ein guter, alter Bekannter an der Axt, der Dew-Scented schon des Öfteren on stage aus der Patsche geholfen hat und nun immerhin in die Rolle des Hauptsongwriters geschlüpft ist. Ansonsten? Der Tradition eines „i“-Titels (Ikarus ist in der griechischen Mythologie bekanntlich der Sohn des Daidalos) bleibt man ebenso treu, wie dem Metal Blade Stall, mit welchem man erst vor zwei Jahren eine neue Partnerschaft ("Invocation") einging. Und die Rekrutierung von Jörg Unken an den Reglern spricht ebenso für eine Konstante.

Nichts desto Trotz und gerade deshalb: Vom erhofften Überraschungseffekt kann auch im Jahre 2012 keineswegs die Rede sein. Das obligatorische Markenzeichen, nämlich hetzenden, schnörkellosen Thrash Metal mit gelegentlich eingestreuten Blastbeats und Halftime-Parts durch die leidgeprüften Röhren zu jagen, bleibt nach wie vor die Quintessenz des Fünfers. Leifs unverwechselbares (durchaus dem Death Metal Metier angelehntes) Organ, dessen Derbheit in diesem Genre nahezu unerreicht ist, setzt dem Ganzen - wie schon so oft - das Krönchen auf. Und, ja: auch in Sachen Aggressivität wird wieder ans äußerste Maximum gegangen, wie schon der wegweisende, durch Mark und Bein marschierende Opener "Sworn To Obey" alle Zweifel beseitigt. Eben genau diese Etat-mäßigen Highspeed-Knüppel-Behandlungen gibt es zu gut 75% über den Scheitel bzw. um die Ohren gezogen (speziell in "Gleaming In Silver" oder "Thrown To The Lions"), um lediglich in den Tempo gedrosselten Songs "Storming Within" und "Reawakening" (featuring Dan Swanö von Edge Of Sanity!) ein durchaus angebrachtes „Rasterl“ zu machen. Auch wenn es keine signifikanten Mängel am Songwriting zu vermelden und die ein oder andere entschuldbare Riffkopie von den mighty Slayer gibt, fehlen mir die bombenhaften Hooklines, die ich auf meinen persönlichen Dew-Scented Lieblingsalben "Inwards" und "Impact" wesentlich öfter orten konnte bzw. kann.

Wie gesagt: "Icarus" repräsentiert Dew-Scented in absoluter Reinform und ist eine optimale Maßnahme, um sich allwöchentlich im Boxring auszutoben oder um sich mal nach einer kapitalen Moshsession die Seele aus dem Leib zu kotzen (um sich nur fünf Minuten später einen Kebab reinzuziehen;-). Ob es allerdings für den viel zitierten Test-of-Time reicht, wage ich zu bezweifeln, denn da draußen ist es inzwischen ohnehin extrem schwer geworden, sich zwischen den ewigen Speed & Thrash Klassikern aus allen Herren Länder einzunisten. Doch wer weiß, in wie weit sich die frisch engagierten Burschen - Rory (g), Joost (b) & Koen (d) - neben den alten Hasen Leif und Marvin beim künfigen Songwriting bewähren können?

Trackliste
  1. Hubris
  2. Sworn To Obey
  3. Thrown To The Lions
  4. Storm Within
  5. Gleaming Like Silver
  6. By My Own Hand
  1. The Fall Of Man
  2. Reawakening
  3. Destined To Collapse
  4. A Final Procession
  5. Perpetuated
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