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Cover  
Spiritual Beggars - Return To Zero (CD)
Label: Inside Out
VÖ: 21.08.2010
Homepage | MySpace
Art: Review
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Werner
Werner
(940 Reviews)
7.5
Wer hätte das vor einem Jahr noch gedacht? Firewind Gitarrenass Gus G. wurde bekanntlich zum Godfather of Heavy Metal himself, Mister Ozzy Osbourne zitiert, um den vakanten Posten von Rübezahl Zakk Wylde zu übernehmen. Weniger Aufsehen erregend, aber dennoch etwas überraschend folgte bald darauf die Meldung, dass sein griechischer Landsmann und Firewind Sänger Apollo Papathanasio dem verlockenden Angebot der skandinavischen Stonerheroes von Spiritual Beggars nicht widerstehen konnte. Zuvor quittierte der charismatische JB den Job am Mikro aufgrund der zunehmenden Anforderungen für die verspäteten Senkrechtstarter Grand Magus. Zur Erinnerung: der Mann veredelte die beiden letzten Beggars Alben "On Fire" (2002) und "Demons" (2005).

An welchen eigenen Referenzscheiben des schwedisch-griechisch Konsortiums, das seit langem eigentlich nur als Nebenspielwiese von Arch Enemy, Witchery, (nun auch) Firewind etc. rangiert, muss sich der aktuelle Output messen lassen? Es sind wie gehabt die Gassenhauer aus dem Jahre 1998 und 2000, als da wären "Mantra III" und das superbe "Ad Astra". Und ja, es gelingt dem neu formierten Quintett über weite Strecken an die frühen Glanztaten anzuknüpfen. Zum Einen passt Apollo Papathanasio stimmlich wirklich hervorragend zum Retrorock Marke SB, zum Anderen treten die Songs wieder mehr in den Popsch. Diese Spritzigkeit geht zwar auf Kosten des, sagen wir mal "Kifffaktors", aber was soll’s? Rocken muss es!

"Lost In Horizon" könnte ein, tief in den Siebzigern verwurzelter Opener von den Urvätern Black Sabbath sein – schnaubende heavy Riffs und Slow-motion-beats sowie sein prägnanter Refrain deuten schon darauf hin, dass das siebte Spiritual Beggars Album kaum eine Enttäuschung werden kann. Darüber hinaus tut der enorm powervolle Sound sein übriges, um die eigenen vier Wände wieder einmal aus dem Dornröschenschlaf zu prügeln. Das nachfolgende "Star Born" ist klar und deutlich der Hit auf "Return To Zero", verkörpert er doch einen echten Herzblut Rock'n Roller: etwas pfiffiger und eingängiger als ersterer, und obendrein ein Chorus, der sich stande pede an der Ohrmuschel festtackert. Drückend und bedrohlich schleicht sich wiederum "The Chaos Of Rebirth" an, um im Finale förmlich aus seiner vermeintlichen Lethargie auszubrechen – und erneut müssen Toni Iommi und Co. in ihren jungen Jahren als Vergleich herangezogen werden, was (selbstverständlich) als lupenreines Kompliment gilt. In dieser Tonart wie bei diesem fulminanten Triple-Auftakt hätte es ruhig weiter gehen können, jedoch haben sich im Laufe des Albums auch zwei uninspirierte, ja an der Kippe zu Belanglosigkeit wankende Songs eingeschlichen. Nun meine Herrschaften, "We Are Free" sowie "Coming Home" klingen lediglich nach Stangenware und sind einer Combo wie Spiritual Beggars kaum würdig. Dafür entschädigt das rein akustisch gehaltene "Spirit Of The Wind", dem ein Indianerthema zugrunde liegt, umso mehr – eine ungewohnte Seite von Axtmagier Michael Amott und seinen Sidekicks. Der Rest vom Schützenfest? Der wirkt homogen und gutklassig: "Concrete Horizon" und "A New Dawn Rising" bieten solide Midtempo-Kost, zuweilen das mehr wie gefällige "Believe in Me" unmissverständlich die Deep Purple bzw. Blackmore’sche (Riff-) Schule aufblitzen lässt. Und während "Dead Weight" noch einmal langsam und groovy wie besagtes "The Chaos Of Rebirth" aus den Boxen qualmt, schließt die schlichte Ballade "The Road Less Travelled" den Kreis auf recht bedächtige Weise.

Was letzten Endes bleibt, ist ein tränendes und ein lachendes Auge: mit dem Stoner Rock der frühen Epoche hat das siebte Werk der Spiritual Beggars nämlich nur mehr randständig was zu tun. Fast schon konventionell und anständig klingen die zwöllf dargebotenen Kompositionen, denen man vielleicht da und dort ein wenig Kalkül ankreiden muss. Auch die begehrte, SB-stylische Leck-mich-Arsch-Attitüde sowie die vernebelte Aura, die noch auf dem, im Nachhinein von mir unterbewerteten "Demons" Longplayer vorherrschten, wird der eine oder andere Freund des gepflegten Dübels vermissen. Auf der Habenseite stehen dafür abermals einige knackige Smasher, eine obligatorisch fette Produktion, ein Eyecatcher-Coverartwork und die Neuerwerbung aus dem Land des berüchtigten Anisschnaps, denn die feiert einen Einstand nach Maß. Also, geneigter Fan: "Return To Zero" sollte nicht all zu wörtlich genommen werden.

Trackliste
  1. Return To Zero [Intro]
  2. Lost In Yesterday
  3. Star Born
  4. The Chaos Of Rebirth
  5. We Are Free
  6. Spirit Of The Wind
  1. Coming Home
  2. Concrete Horizon
  3. A New Dawn Rising
  4. Believe In Me
  5. Dead Weight
  6. The Road Less Travelled
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