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Cover  
Spiritual Beggars - Ad Astra (CD)
Label: Music For Nations
VÖ: 03.04.2000
Homepage | MySpace
Art: Classic
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Werner
Werner
(963 Reviews)
Amikapellen wie Kyuss und Monster Magnet waren wohl hauptverantworlich für den jäh eintretenden Stonerrockboom der Neunziger, der folglich die ein oder andere Kiffinspiration hervorgebracht hat, welche einem hin und wieder die Zeit zu versüßen weiß. Das Wiederbeleben von Flowerpowersounds in Bündnis moderner (Digital-) Produktionen machte auch vor Europa nicht Halt, so waren es vor allem schwedische Combos wie Mustasch oder die hier gehuldigten Spiritual Beggars, die mit Initiator Michael Amott einen Axtmagier in ihren Reihen haben, der bereits zuvor via Carcass (wenn auch vergleichsweise ziemlich heftige) Musikgeschichte schrieb und nebenbei mit Bruder Christopher seit Jahren den Death Metal anhand seiner Zweitband Arch Enemy geschickt salonfähig macht.

Schon das Drittwerk Werk "Mantra III", das man 1998 auf die Menschheit losgelassen hatte, beeindruckte durch seine Treffsicherheit und maximaler Coolness. Doch der kreative Höhepunkt der Spiritual Beggars sollte dann zwei Jahre folgen, was zugleich den Abgang von Fronter/Basser Spice markiert, der ja heute bei den Thrashern Kayser und seiner, gleichfalls Retrogestylten Spice and the R. J. Band ein neues Zuhause hat.

Auf diesem Album scheint die Sternenkonstellation der Beteiligten in der Tat perfekt gewesen zu sein, denn hier wirkt alles wie aus einem Guss und mehr. Angefangen vom simplen, dennoch entzückend-aphrotisierenden Coverartwork über das musikalisch Dargebotene bis zu den Lyrics ein Schmaus für Aug und Ohr. Es sind nicht nur Songs profaner Herkunft, weit mehr sind es wahre Perlen, deren Hooklines von präzisester Treffsicherheit, Melodien, die rasch anbeißen und Vocals, die in die Rubrik Extraklasse fallen. Hier ist jeder Ton mit absoluter Hingabe und Überzeugung entstanden. Quasi als Nackkommen der verwaisten Blumenkinder der farbenfrohen Siebziger und einer makellosen Würdigung an alte Helden wie Black Sabbath, The Doors, Led Zeppelin und Mountain definieren sie das Genre in der Neuzeit weniger psychedelisch denn strukturierter, aber immer per Charme, einer gesunden Dosis Spielwitz und 'nem saftigen Punch, der direkt aus der Hüfte entspungen sein muss. Da hatte auch Fredrik Nordström wiedermal ganze Arbeit geleistet, drückt der Sound von "Ad Astra" doch was das Zeug hält und klingt dabei absolut natürlich, ja richtiggehend analog. Tja, so nur Nebenfakten … wesentlicher sind wohl all diese mitreissenden Strophen, die dann alles zum Erblühen bringenden Sorglos- Refrains, das impulsiv-fette Riffrepertoire Amott's, die massiven Breaks und Per Wjbergs famoses Tastenspiel auf der Hammondorgel ... schönt umgarnt von jener latenten Leck mich mal Attitüde, die selbst den angestaubtesten Mineralienrocker aus dessen tödlichen Lethargie zu pushen imstande ist … keineswegs ein Widerspruch - spätestens bei den initialen Dampfhammerakkorden von "Blessed" gäbe es definitiv kein Halten mehr! Weitere Highlights sind "Wonderful World", "Sedated", das schwer Hitverdächtige "Angel Of Betrayal", "Save Your Soul" und das zu Motörhead schielende "The Goddess".

Ach ja, wer Trouble verehrt, wird hier gleichfalls vor Begeisterung die Luftgitarre nimmer auslassen können, sind doch immer wieder Affinitäten zu den Chicago Doomgöttern und deren "IV" und "Manic Frustation" Phase vor Ort, genau jene, wo der Groove bis zum Abwinken zelebriert wurde, da durften sich die Spiritual Beggars den ein oder anderen Füller auf "Ad Astra" durchaus leisten. So muss neben Amott, Wjberg und Spice ebenso für Drummer Witt eine Lanze gebrochen werden, denn der wusste bzw. weiß ziemlich genau, wie man den Pfeffer in den Arsch appliziert. Kurzum: dieser Freiheitsliebende Retroschwengel ROTZT, ROCKT und ROLLT wie die hormongesteuerte SAU!

Trackliste
  1. Left Brain Ambassador
  2. Wonderful World
  3. Sedated
  4. Angel Of Betrayal
  5. Blessed
  6. Per Aspera Ad Astra
  1. Save Your Soul
  2. Until the Morning
  3. Escaping The Fools
  4. On Dark Rivers
  5. The Goddess
  6. Mantra
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Kommentare
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