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Finntroll, Týr, Skalmöld
23.09.2013, Komma, Wörgl 
 
Die Trolle waren spielfreudig, nahbar und gut gelaunt wie nie zuvor. Der Sound war perfekt, die Songauswahl beinahe makellos und mitschuld daran, dass die heutige Show Finntroll Show, eine absolute Party wurde...
DarksceneTom
DarksceneTom
(129 Live-Berichte)
Montagabend ist sicher nicht die Mutter der partytauglichen Konzertdates und dennoch freut man sich darüber, dass die wohl beste Pagan Metal Band (die Wertung gilt ob der musikalischen Ausrichtung natürlich abseits der vielen großartigen Bathory-Erben unserer Zeit, die das Viking-Thema für sich beanspruchen) einmal mehr einen Abstecher nach Tirol wagt. Finntroll erweisen dem Herz der Alpen nach zwei Innsbruck Shows und einem Auftritt in Kufstein nun mittlerweile zum vierten Mal die Ehre und allen Befürchtungen zum Trotze, dass das Publikum der Finnen gesättigt oder "montagsfaul" wäre, füllt sich das Komma Wörgl auch an diesem unchristlichen Termin mit knapp 200 Tanzbären überraschend gut.
Überraschend nicht nur wegen des "bösen" Montagtermins, sondern auch ob des doch eher schwachen Tourpackages, das bis auf den geeichten Headliner, der noch dazu mit "Blodsvept" eines seiner allerbesten Alben im Gepäck hat, eher nur "Zweitligaware" des Genres zu bieten hat. Es peitsche mich wer das anders sieht. Ich für meinen Teil bin im Laufe dieses feinen Abends in meiner Meinung jedenfalls nur bestärkt worden.



Skalmõld

Der nordische Reigen beginnt mit einem Ausflug nach Island. Skalmõld starten in die junge Nacht und machen ihre Sache durchaus ordentlich. Wie auch auf Platte leider eingeschränkt durch die sehr eindimensionalen Vocals von Björgvin Sigurðsson, kommen die Herren aus Reykjavik zwar nur schwer in die Gänge, der transparente und klare Sound und eine amtliche Spiellaune machen Songs wie das vertrackt harte "Midgardsormur", die aktuelle "Baldur" (zum Review) Videosingle "Gleipnir" oder das richtig fett rüber kommende "Kvaðning" aber dennoch zu einem gelungenen Start in den Pagan Metal Abend.

Skalmõld haben Potential und mit ein wenig mehr Abwechslungsreichtum im Gesangsbereich und mit der ein oder anderen musikalischen Finesse mehr, könnten die Isländer durchaus noch was werden.

Setlist:
1. Óðinn (Intro)
2. Fenrisúlfur
3. Gleipnir
4. Narfi
5. Miðgarðsormur
6. Kvaðning

Tyr

Ich hab Tyr schon oft live erlebt, so wenig wie heute haben mit die Faröer aber nie gefallen. Das beginnt schon damit, dass die Truppe (mit Ausnahme des wie immer agilen Bassisten Gunnar H. Thomsen) von Beginn an höllisch unnahbar, introvertiert, steif und eigentlich total unsympathisch rüberkommt. So was geht gar nicht und das liegt sicher nicht nur an der Satyricon-Frisur von Gitarrist Terji Skibenæs. Dass sich Fronter Heri Joensen noch dazu mit gebrechlichen Stimmbändern durch seine Hansi-Kürsch-soundalike Vocals quält und dabei nicht selten an die Grenzen seiner Möglichkeiten stößt, macht die Sache natürlich auch nicht rosiger. Dabei geht’s songtechnisch mit "Hold The Heathen Hammer High" richtig gut los. Die Stimmung ist auch schwer in Ordnung und gerade zu Beginn verzeiht man ja die ein oder andere Schieflage noch eher leicht.



Gerade beim Drippelpack der neuen "Valkyria" Songs (zum Review) tut einem das ausgereizte Stimmband von Heri aber richtig leid. Dabei würden "Blood Of Heroes", "Nation" und vor allem "Mare Of My Night" (während dessen Basser Gunnar offensichtlich mal kurz die Toilette aufsuchen musste), auch wenn ihnen das ganz große Etwas völlig fehlt, in ihrer Liveversion durchaus gut rüberkommen.
Hört man im Direktvergleich aber die alten Songs der Insulaner an, kommt man nicht drum herum die Behauptung zu unterschreiben, dass sich Tyr mit ihrer Ausrichtung zum bombastischen Euro-Metal a la Blind Guardian keinen allzu großen Gefallen getan haben. Blöd auch, dass ich der Meinung bin, dass die Wucht die bei "Sinklars Visa", dem musikalischen Höhepunkt der Show, keineswegs 100% live sein kann. Wenn man hört, wie viel Qual bei den ersten vier Songs rüber gekommen ist, dann kann man die mehrstimmige Druckwelle, die bei den Chören dieses Pagan Metal Epics rüberkommt kaum glauben. Ich kann nichts beschwören, für mich waren diese auf den Punkt gespielte Perfektion, dieser klare und laute Sound und diese niederschmetternd guten Gesänge heute einfach nicht glaubhaft und das I-Tüpfelchen auf einem sehr durchwachsenen Tyr Gig, von dem ich mir weit mehr erwartet hätte.
Aber lassen wir das….

Setlist:
1. Hold the Heathen Hammer High
2. Blood of Heroes
3. Nation
4. Mare of My Night
5. Sinklars Vísa
6. Another Fallen Brother
7. Shadow of the Swastika
8. Valkyrja

Finntroll

So enttäuscht ich über Tyr war, so sehr sollten mich Finntroll heute überraschen und für alles Gewesene entschädigen. Die Halle ist gut gefüllt, als die Trolle mit neuer Bühnenoptik und in perfektem Klang loslegen. Ich hab Finntroll schon unzählige Male live gesehen, so einen superben Sound und vor allem so eine Spielfreude wie heute, hab ich bei den sechs Trollen aus Helsinki aber noch nie erlebt. Los geht’s natürlich mit dem grandiosen "Blodsvept" Titeltrack (zum Review). Live wie auf Platte ein absoluter Killer und gemeinsam mit dem brachialen "Solsagan" der perfekte Doppelschlag, um eine Show grandios zu beginnen.



Finntroll ziehen heute alle Register und beweisen nachhaltig, das sie nichts mit den hirnlosen Sauf- und Kinderliedtruppen gemein haben, die den Pagan Metal in den letzten Jahren ins Lächerliche gezogen haben. Sollen die Korpiklaani’s, Turisas oder Alestorm’s dieses Planeten doch bitte auf Zeltfesten und Jahrmärkten spielen. Das was wir hier sehen ist Pagan Metal wie er sein soll. Dunkel und hart. Brachial, nahe den Black- und Death Metal Wurzeln und dennoch hochmelodisch und voll von obskuren, folkloristischen Melodien und Humppa-Klängen und trotzdem weltoffen genug, um Jazz ebenso zu integrieren wie die traditionelle Akzente des Ostens.

Finntroll machen hier und heute jedenfalls richtig Spaß!

Die Setlist ist herausragend und die Band, allen voran Frontman Mathias "Vreth" Lillmåns ist nahbar und gut gelaunt wie nie zuvor. War der agile Frontbanger bislang oft eher introvertiert, kommuniziert er heute massiv und unterhaltsam mit dem Publikum. Dass die Band heute obendrein in illustrer Troll-Kostümierung samt amtlicher "Trollohren" auf die Bretter tritt und von Anfang bis Ende einen klaren Sound zur Verfügung hat, ist natürlich perfekt.



Neues und Altes wird flockig gemischt und so können "Blodsvept"-Songs wie "Mordminnen", ein derbes "När Jättar Marschera" und das treibende "Ett folk förbannat" wunderbar neben einem saucoolen "En mäktig här" oder dem immer wieder sensationell partytauglichen "Under Bergets Rot" einfach nur höllisch aus dem Vollen zünden. Was uns Finntroll hier offenbaren ist Energie total und ein zielsicherer Exkurs durch die eigene Discografie. Alteingesessene Livebringer wie "Slaget vid blodsälv", "Nedgang" oder das großartige "Jaktens Tid" sind immer wieder perfekte Beispiele dafür, wie man illustre Melodien und Humppa-Grooves mit erdig hartem Nordmannmetal paaren kann, ohne kitschig oder kindlich zu klingen. Und wenn dann zum Abschluss der Setlist neue Songs wie "Skövlarens död", das mit Western-Flair hinterlegte "Skogsdotter" oder die furiose Single "Häxbrygd" nachdrücklich bestätigen wie stark "Blodsvept" ist, kann man wirklich keinen Kritikpunkt mehr finden.



Das mit selbstsicherem Hauptaugenmerk am neuen Album orientierte Hauptset geht zu Ende. Die Stimmung ist superb und die beiden ausstehenden Zugaben unabdingbar. Der "Nattfödd" Doppelpack mit dem herrlich atmosphärischen Titelsong und dem ultimativen Partykracher "Trollhammaren" ist Pflicht jeder Finntroll Show und schraubt das Stimmungsbarometer am Ende noch mal richtig nach oben. Danach ist um kurz vor 23:00 Uhr und nach 85 enorm kurzweiligen Minuten endgültig Schicht im Schacht.

Finntroll waren heute spielfreudig, nahbar und gut gelaunt wie nie zuvor. Der Sound war perfekt, die Songauswahl beinahe makellos und in Anbetracht der beiden Vorbands hat man hier und heute und bei der besten Finntroll Show, die ich bislang erleben durfte, deutlich gemerkt, dass die Finnen in einer ganz eigenen Liga spielen.

In solch guter Verfassung dürfen Finntroll gerne wieder kommen….



Setlist:

1. Blodsvept
2. Solsagan
3. Mordminnen
4. Ett folk förbannat
5. Dråp
6. Slaget vid blodsälv
7. En mäktig här
8. Svartberg
9. När Jättar Marschera
10. Under bergets rot
11. Nedgång
12. Skövlarens död
13. Skogsdotter
14. Häxbrygd
15. Jaktens Tid
---
16. Nattfödd
17. Trollhammaren

Für die Livebilder bedanken wir uns einmal mehr bei Alex Schrattenthaler!







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