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S.I.N. - Der 13. Apostel ???
S.I.N. - Der 13. Apostel ???  
"The 13th Apostle" heißt das grandiose Konzeptalbum der Melodic Metal-Truppe aus unserem nördlichen Nachbarland. Drummer Alex Hlousek spricht im Darkscene-Interview über biblische Irrtümer, das allseits bekannte, leidige Thema der Sängersuche und gibt einige Einsichten in den Produktionsprozess.
Maggo
Maggo
(16 Interviews)
DarkScene: Bitte stellt denjenigen Lesern, die mit dem Namen S.I.N. noch nichts anfangen können, die Band vor und gebt uns einen kurzen Überblick über das bisherige Schaffen der Band.

Alex: S.I.N. ging aus einer früheren Band hervor. Deddy (guitars/keys – Anm.d.Red.) und Wolfgang (guitars/bass/keys – Anm.d.Red.) kennen sich seit Jahren und machen bald mehr als 15 Jahre zusammen Musik. Ich stieß 1999 über eine Anzeige dazu, der damalige Basser war auch schon länger mit den beiden befreundet und lange in einer Band. Kurz nach mir kam dann Jason Marks als Sänger in die Band. Mit ihm haben wir zwei Platten rausgebracht, "Somewhere Into Nowhere" 2003 und 2005 dann das Album "Equilibrium". Nach diesem ging es bei uns eigentlich ganz gut los, wir hatten einige gute Gigs in Planung, auch eine Supporttour war mehr oder weniger gebucht, aber dann hat uns Jay Hals-über-Kopf verlassen und wir standen ohne Frontmann da. Das hat uns ne ganze Ecke zurückgeworfen damals, aber letztendlich nur stärker gemacht. Im Endeffekt haben wir mit Patrick Simonsen, den viele u.U. auch von den Norwegern Hush kennen, den richtigen Mann für S.I.N. gefunden, und wir hoffen mit "The 13th Apostle" (zum Review) jetzt richtig durchstarten zu können.

DarkScene: Gratulation zu Eurem neuen Album "The 13th Apostle". Ich finde, Ihr habt da ein fantastisches Melodic-Metal-Album am Start, das sich durch seinen hervorragend umgesetzten, auch inhaltlich äußerst interessanten Konzeptcharakter positiv vom gegenwärtigen Veröffentlichungs-Einerlei abhebt. Wie sind die Reaktionen von Fans und Presse bisher ausgefallen?

Alex: Wir sind ehrlich gesagt total überwältigt von den Reaktionen. Wir hatten bisher für keines unserer Alben so eine positive Resonanz, und das beweißt uns, das wir auf dem richtigen Weg sind. Wir selbst waren ja ein wenig unschlüssig, da uns klar war, das S.I.N. einen enormen Stilwechsel vom Debut über "Equilibrium" hin zu "The 13th Apostle" durchgemacht haben, und wir wussten nicht wie damit umgegangen wird. Für uns selbst war es eine natürliche Weiterentwicklung, aber man konnte nur schwerlich vorrausahnen wie die Fans oder die Presse darauf reagieren würde.

DarkScene: Viele Konzeptalben haben eine gut durchdachte inhaltliche Komponente. Die musikalische Umsetzung hingegen ist dann sehr oft nicht das Gelbe vom Ei. Ihr jedoch habt diese Hürde meisterlich genommen. Sowohl textliches Konzept als auch das Songwriting sind grandios ausgefallen.
Meine Fragen dazu:
- Wie sieht der Schaffensprozess eines solchen Werkes aus?
- Könntest Du unseren Lesern bitte ein kurze Erläuterung über das Thema geben und wie seid Ihr auf die Idee mit dem „13. Apostel“ gekommen?
- Ist die musikalische Umsetzung des Konzeptes immer mit einer solchen Leichtigkeit von der Hand gegangen, wie es beim Anhören des fertigen Albums den Anschein hat?

Alex: Huihui, gleich so viele Fragen... Erstmal zur Idee. Deddy’s Bruder hatte einen Traum. Er war bei Jesus, wollte auch einer seiner Jünger werden, aber Jesus hat ihm gesagt, dass die Bibel geschrieben ist, es sind 12 Apostel, keine 13 und er kann leider nicht mitmachen. Zuerst haben wir darüber gelacht, aber dann ist vor allem bei Deddy und Wolfgang die Idee entstanden daraus einen Song zu bauen. Nach und nach wurde die Geschichte immer erweitert, es kamen ständig neue Aspekte dazu, wir haben uns ausgemalt wie man die Story in den gesamten biblischen Kontext mit dem Verrat durch Judas, der Kreuzigung usw. einbinden kann. Ana Kugli hat uns dabei dann super unterstützt. Sie ist eine alte Freundin der Band und Doktor der Literaturwissenschaften. Sie hat das alles so toll recherchiert und ist uns damit echt ne riesen Hilfe gewesen. Ohne sie wäre die Story nie so gut geworden. Definitiv!
Was die musikalische Umsetzung angeht, da kommt eigentlich der primäre Input von Deddy. Gemeinsam mit Wolfgang arbeiten die zwei die ersten Ideen und Riffs aus, und im Proberaum werden die Songs dann gemeinsam arrangiert und fertiggestellt. Da wird noch viel gedreht und verändert bis ein Song dann endgültig steht. So haben wir eigentlich schon immer gearbeitet. Bei dem Konzeptalbum bestand die Schwierigkeit nun darin, das die rote Linie der Geschichte auch von den Songs getragen wird. "Awakening" geht recht brachial los und läutet die Geschichte ein, aber schon hier und in "Junia’s Eyes" werden durch die Wechsel von kraftvollen und ruhigen Parts die Zwiespälte sichtbar in denen sich Julian befindet. "Sealed With A Kiss" ist ein sehr harter Song, ihn ihm wird der Verrat an Jesus beschrieben. Dann die Gefühle als die Welt sozusagen zusammenbricht und Julian im Garten Gethsemane weint. Die Zwischenspiele mit dem Erzähler sollen alles zusammenhalten und einen konstanten Fluss erzeugen... Wir hatten die Songs geschrieben, und auch noch ein paar Riffs mehr, und haben dann, wiederum mit der Hilfe von Ana, die Songs auf die Geschichte geschoben. Nach dem Motto „welches Lied drückt welche Gefühle und Situationen am besten aus“. Musik und Lyrics entstanden quasi parallel und mehr oder weniger unabhängig voneinander und wurden erst dann wirklich zusammengebracht. Da haben wir schon sehr viel Schweiß vergossen bei der ganzen Produktion...

DarkScene: Ein weiterer Höhepunkt des Albums ist für mich der Einsatz verschiedener Gesangsstimmen für die einzelnen Charaktere der Handlung – im Metal-Bereich sehr ungewöhnlich. Wie kam es dazu?

Alex: Diese Idee hat sich über den gesamten Prozess des Schreibens und dann auch noch während der Recordings der Instrumente immer weiter verfestigt. Wenn man sich viele Konzeptalben die über mehrere Hauptfiguren verfügen anhört, ist es oft schwer den „Dialogen“ zu folgen, wenn alles vom gleichen Sänger gesungen wird. Wir spielten dann immer wieder mal mit dem Gedanken es zu probieren die Nebenrollen Jesus, Judas und Junia mit Gast-Sängern zu besetzen. Mit Carsten Schulz (u.a. Sänger von Evidence One - Anm.d.Red.) haben wir schon seit 1997 oder 1998 Kontakt, wir hatten auch mal eine Band zusammen, haben aber nie gemeinsam etwas aufgenommen oder gar released. Und da er quasi Deddy’s Nachbar ist, kamen wir dann recht schnell zu einem Konsens. Und er hat dann auch Conny Andreszka mit ins Boot gebracht.

DarkScene: Unter anderem habt Ihr für die „Hauptrolle“ des „Julian“ den mir bisher unbekannten Herrn Patrick Simonsen aus Norwegen verpflichtet. Wie gelangte der Mann auf Euer Radar? Gab es noch andere Kandidaten für den Job?

Alex: Nachdem Jason S.I.N. damals fluchtartig verlassen hatte standen wir erstmal vor dem Nichts. Wir probierten verschiedenste Sänger aus, wurden in heimischen Gefilden aber ausnahmslos enttäuscht. Gute, freie Sänger sind in Deutschland mehr oder weniger ausverkauft. Kurze Zeit stand jemand aus Griechenland und ein Sänger aus Schweden auf der Liste, aber da hatten wir recht schnell mit abgeschlossen. Die Ausreden für nicht zugeschickte MP3s gingen von ner Grippe über nen Autounfall bis hin zu einem abgebrannten Studio, und das alles binnen einer Woche. Und dann bist du gerade dabei mit einem Sänger anzubandeln und der meldet sich kurzerhand 3 Wochen nicht und sagt dir danach das er mit seiner Coverband auf Tour war... wenn es schon so anfängt kann man leider nicht arbeiten. Damit waren alle die sich bei uns beworben hatten ausgeschieden, also mussten wir selbst aktiv werden. Deddy hat dann irgendwann eine MP3 von Hush rumgeschickt. Er hatte sich an Pat erinnert, und schon vor Jahren hab ich bei ihm mal etwas von Hush gehört und Deddy meinte damals, dass Patrick ein Sänger für uns wäre. Er hat ihn dann einfach angeschrieben per Email und die ganze Sache war dann sehr, sehr schnell in trockenen Tüchern. Und ehrlich gesagt hätte es nicht besser laufen können. Pat hat uns auf ein neues Level gebracht. Es war sagenhaft zu sehen wie konsequent und professionell er arbeitet. Der Typ hat alle seine Stimmen in 5 Tagen aufs Band gebracht. Jason war, genau wie Pat, ein hervorragender Sänger, aber mit ihm hat man gerne mal 3 Wochen an einem Album gearbeitet. Da war das mit Pat eine völlig neue Erfahrung für uns.

DarkScene: Auch die restliche „Rollenbesetzung“ kann sich sehen lassen. Speziell Renee Walker als „Junia“ ist sehr schön anzuhören. Auch hier bitte ich um ein paar „Insider“-Informationen über den „Casting-Prozess“.

Alex: Myspace ist ein tolles Portal. Nachdem die Rolle Jesus sehr schnell besetzt war, und auch Judas geklärt war, war die weibliche Rolle erstmal ein Riesenproblem für uns. Die Aufgabe eine richtig geile Rocksängerin zu finden hat Deddy aber mit Bravour gemeistert wie ich finde. Über Myspace ist er auf Renee aufmerksam geworden, und da sie im nur 100km entfernten Mannheim lebt, war auch das kein großes Problem. Ein paar Mails ausgetauscht, ein paar Mal telefoniert und alles war klar. Wenn ich dir jetzt erzähle, dass alles was du von ihr hörst in nicht mal ganz einem Tag aufgenommen wurde, glaubst du das wahrscheinlich nicht... unglaubliche was diese Frau geleistet hat. Sie hatte wohl mit Abstand die höchste Ton-auf-Anhieb-Treffer-Quote. Auch die Art und Weise wie sie sich emotional in die Songs eingebracht hat war sehr beeindruckend.

DarkScene: Wie wird die Live-Umsetzung des Werkes – speziell im Gesangsbereich – ausfallen? Ist hier etwas Besonderes geplant oder beschränkt Ihr Euch auf die Einbindung einiger neuer Songs mit Patrick als Sänger „aller Rollen“ in Euer bisheriges Programm? Hierzu muss man als Band ja auch die Finanzen im Auge behalten, oder?

Alex: Gerade aus finanzieller Sicht wird es sich kaum realisieren lassen, obwohl es natürlich schon seinen Charme hätte mit allen Sängern auf die Bühne zu gehen. Wir werden aber wohl eher die Songs in denen Patrick die meisten Parts singt live übernehmen bzw. die Songs wo so gut wie keine Dialoge der Sänger vorkommen. Auch wenn ich es sehr schade finde, denn der Song ist einer meiner persönlichen Favorits, aber "Junia’s Eyes" ist wohl einer der Songs die sich nicht so leicht ohne Renee umsetzen lassen.

DarkScene: Was sind die nächsten Schritte in der Karriereplanung der Band S.I.N.?

Alex: Whereever the road might lead us to... Wir sind sehr glücklich mit den Resonanzen auf das Album. Jetzt müssen halt die Verkaufszahlen ein bisschen mitspielen... Wir würden wahnsinnig gerne auf Tour gehen, da muss man aber schauen wie wir das genau finanzieren können. Und dann sind wir konstant am werkeln. Ideen für neue Songs sind massig vorhanden, nur eine sei verraten das nächste Album wird sicherlich kein Konzeptalbum werden. Aber Ideen für „The 13th Apostle – II“ kreisen schon ins unseren Köpfen ;)

DarkScene: Abschließend unsere Darkscene-Standardfrage. Was sind Deine Lieblingsalben der letzten Zeit und Deine Alltime-Favorites?

Alex: Oh, schwierige Frage. Die neue Whitesnake gefällt mir gerade sehr gut, und Deddy hat mir ne Band namens Saint Demon gezeigt. Das hat mir auch gefallen, da sollte ich mir mal die Scheibe besorgen. Nachdem was ich da kurz gehört habe könnte die auch den Sprung in die „momentanen Lieblingsalben“ machen. Und eine Scheibe die mir zur Zeit sehr gut gefällt, was allerdings ne ganz andere Mucke ist, ist Daughtry. Ich finde der Junge macht einen tollen erfrischenden Pop-Hard-Rock, und mir gefällt es einfach, dass da wieder mal ne rockige Platte in die Charts und vor allem ins Radio kommt.
Und die All-Time-Favs.... Die "Operation:Mindcrime" muss da auf jeden Fall genannt werden. Mr.Big, die "Lean Into It". Was bei mir auch immer geht ist "Dr. Feelgood" von Mötley, und auch was ganz anderes, die "Angel Dust" von Faith No More.

DarkScene: Vielen Dank für das Interview. Ich wünsche Dir und S.I.N. das Allerbeste für die Zukunft und ich hoffe, wir sehen uns bald mal auf Tour.

Alex: Auch dir vielen Dank für das Interview und besucht uns doch alle auf www.sin-band.com.
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20.05.2008: The 13th Apostle (Review)
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